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Schwangerenvorsorge

Sie sind schwanger und auf einmal ist nichts mehr, wie es war. Schon mit dem ersten Ultraschallbild beginnt die Veränderung Ihres bisherigen Lebens. Vorfreude, Erwartungen, Sehnsüchte aber auch Ängste begleiten Sie nun durch die 40 Wochen Ihrer Schwangerschaft bis hin zur Geburt. Gerade wenn es Ihr erstes Kind ist, gibt es so viel, was Sie wissen und fragen wollen: Wie verändert sich mein Körper? Wie erfahre ich, ob mein Kind gesund ist? Was ändert sich im Job? Was bedeuten die Eintragungen im Mutterpass? Und und und...
Wir möchten Ihnen helfen, die nächsten neun Monate richtig zu genießen. Lange bevor man es Ihnen ansieht, ist das Baby in Ihrem Bauch schon ein aktiver Mensch. Er trainiert ständig seinen Körper und seine Sinne. Wichtig für die Gesundheit Ihres Kindes und auch für Ihr Wohlbefinden sind die regelmäßigen Vorsorgetermine. 

Ablauf der Schwangerenvorsorge
Sie bekommen von uns einen Mutterpass in den alle Untersuchungen von uns eingetragen werden. Bitte tragen Sie diesen Mutterpass immer bei sich und bringen ihn zu jeder Untersuchung wieder mit.
Bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft sieht die gesetzlich vorgeschriebene Schwangeren-Vorsorge alle vier Wochen -ab der 32. Schwangerschaftswoche (SSW) alle zwei Wochen- eine Schwangeren-Vorsorge-Untersuchung vor. Bitte vereinbaren Sie immer direkt nach der jeweiligen Untersuchung den Folge-Termin mit uns.
Bei jeder dieser ca. 13 Schwangeren-Vorsorge-Untersuchungen in unserer Praxis wird Ihr Urin untersucht, Ihr Blutdruck gemessen und Ihr Gewicht überprüft. Nach dem „grossen“ Blutscreening im Zuge der ersten Untersuchung wird auch ca. in der 28. und ca. in der 34. SSW Blut abgenommen.

Ultraschall
Insgesamt werden von Ihrer gesetzlichen Krankenkasse drei Ultraschalluntersuchungen übernommen: Diese finden ca. in der 10., 20. und 30. Schwangerschaftswoche statt. Selbstverständlich bieten wir Ihnen während Ihrer neunmonatigen Schwangerschaft an, die Entwicklung Ihres Kindes öfter zu kontrollieren.

Triple-Test
Der Triple-Test dient der Risikoabschätzung für chromosomale Fehlbildung z.B: Trisomie 21 (Mongolismus, Down Syndrom), Trisomie 18 u.a. sowie Risiko für Fehlbildung des Rückens: Neuralrohrdefekt ("offener Rücken", Spina bifida).
Der Test setzt verschiedene Blutwerte: Alpha Fetoprotein, HCG und unkonjugiertes Estriol mit dem Alter der Mutter in einen Zusammenhang, so dass eine individuelle Risikoabschätzung für das werdende Kind errechnet werden kann. Es handelt sich hier nicht um die Aussage ob das Kind krank/gesund ist, sondern nur um das rechnerische Risiko das dieses Kind hat, krank sein zu können. Mit diesem Test ist es evtl. leichter, eine Entscheidung bezüglich weiterer Untersuchungen zu treffen, wie z.B. eine Fruchtwasserpunktion.
Es können ca. 60 % aller Down Syndrome und 80 % aller Rückenspaltbildungen aufgedeckt werden.
Der Test erfordert in unserer Praxis eine Blutabnahme bei der Mutter in der 16. Schwangerschaftswoche.

Immunstatus
Wenn Sie sicher sein möchten, dass Sie immun gegen die gängigen Infektionskrankheiten sind, welche einem Ungeborenen gefährlich werden können, testen wir Ihr Blut auf Windpocken, Ringelröteln, Masern und Cytomegalie.

Zuckerbelastungstest
Um eine schwangerschaftsbedingte Zuckerkrankheit nicht zu übersehen, empfehlen wir, in der 25. – 28. SSW einen Zuckerbelastungstest durchführen zu lassen.

Beta-Steptokokken
Diese Bakterien verursachen in der Scheide u.U. keine Symptome, so dass bei der Geburt eine unbemerkte Infektion an das Baby übertagen werden kann. Dies kann zu schwersten Lungenentzündungen und Allgemeininfektionen - im schlimmsten Fall mit tödlichem Ausgang- führen. Werden die Erreger bei der Mutter entdeckt, kann während der Geburt eine Infusion mit Antibiotika verabreicht werden, welche das Ungeborene schützen kann.

Gonokokken / Trippererreger
Gonokokken (verursachen Gonorrhoe = Tripper) können bei der Geburt an das Kind übertragen werden und können zur Erblindung führen. Deshalb wird Ihnen nach der Geburt angeboten dem Kind Augentropfen zu geben, um es vor dieser Augeninfektion
zu schützen. Eltern, die diese Augentropfen ablehnen, sollten vorher einen Abstrich bei der Mutter zum Ausschluß von Gonokokken durchführen lassen.

Pilzkultur
Kurz vor der Entbindung ist diese Untersuchung nützlich, um eine Scheideninfektion und damit mögliche Infektion des Neugeborenen -evtl. mit den Folgen eines Mundpilzes und einer damit einhergehenden Brustentzündung bei der stillenden Mutter- vorzubeugen.

HIV (AIDS)
Wir empfehlen allen Schwangeren einen HIV-Test. HIV verbreitet sich in letzter Zeit wieder rasant – nicht nur bei den bekannten Risikogruppen. Eine Ansteckung des Babys kann verhindert werden.